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Alte Schießanlage

Bürgerinitiative gegen Schießlärm und Umweltverschmutzung

Information über den bestehenden Wurfscheibenschießstand

Seit rund 30 Jahren wird auf dem Schießstand in Warder geschossen. Der Betreiber der Freiluftanlage für Wurfscheibenschießen ist ein Wirtschaftsunternehmen, das auf Gewinnmaximierung ausgerichtet ist. Gewinnmaximierung heißt, Ausweitung der Schießzeiten und immer höhere Schusszahlen bei minimalen Aufwendungen für den Umweltschutz. 

Die Lärmbelästigung stieg in den letzten Jahren kontinuierlich an. Der vorläufige Höhepunkt wurde vor ca. 5 Jahren erreicht, als das fest vereinbarte Sonntagsschießverbot mit dem Hinweis der Gesetzmäßigkeit aufgehoben wurde. Die ebenfalls geänderten Schießrichtungen führten zusätzlich zu erheblichen Lärmbelastungen für die Anwohner in Groß Vollstedt und Blocksdorf.

Die Schießrichtung der bestehenden Anlage ist überwiegend in Richtung West/Nordwest. Da sich der Schall zum größten Teil in Schießrichtung weiterentwickelt, sind die südlichen und südwestlichen Wohngebiete von Groß Vollstedt besonders stark betroffen.
Wie stark die Schießrichtung den Schall beeinflusst ist in der Tabelle mit den Messungen zu erkennen. Messungen am Hof Stiegweg, der nur 200-300 m vom Schießstand entfernt liegt, waren bedeutend niedriger als im 900 m entfernten Groß Vollstedt. In Schießrichtung kann der Schalleistungspegel um bis zu 20 db höher sein als in Rückwärtsrichtung.

Bis an die südöstliche Gemeindegrenze von Groß Vollstedt reicht das Schießgebiet von der Wurfscheiben- anlage, die auf dem Gemeindegebiet von Warder betrieben wird. Die ersten Häuser von Groß Vollstedt und unser Trinkwasserbrunnen sind nur ca. 900 m vom Schießstand entfernt. Die Fuhlenau bildet an dieser Stelle die Gemeindegrenze und ist gleichzeitig zur anderen Seite die Grenze der Schießanlage. Für das Biotopverbundsystem hat das Tal der Fuhlenau mit seinem Feucht- und Ufergebiet eine sehr hohe Bedeutung.

Schwermetalle, PAK-haltige Wurfscheiben und weitere Schadstoffe belasten das Gelände der Schieß- anlage mit dem Feucht- und Ufergebiet.

Bei jedem Schuss werden 24–28 g Bleischrot in der Landschaft verstreut. Bleischrot besteht zu 95 % aus Blei, zu etwa je 2,5 % aus Arsen und Antimon.
Auf dem Gelände der Schießanlage, in der Fuhlenau und den angrenzenden Feuchtgebieten, liegen bereits
mehrere hundert Tonnent Blei, Antimon, Arsen und weitere belastende Stoffe und führen zu einer starken Belastung von Boden und Pflanzen. Hier besteht eine konkrete Gefährdung für Menschen und Tiere.

Blei verhält sich im Boden nicht so träge wie man lange angenommen hat, sondern kann in tiefere Bodenschichten verlagert werden. Seit kurzem gibt es auch Untersuchungen zum Metall Antimon, welches zur Härtung des Bleis in der Munition eingesetzt wird (ca. 2,5 %). Antimon ist noch giftiger als Blei. Es ist sehr löslich und kann relativ rasch ins Grundwasser ausgewaschen werden.
Je nach Beschaffenheit des Untergrunds können Bleischrote das Grundwasser bzw. das Trinkwasser gefährden.

Im Dezember 2006 wurde vom Betreiber der Schießanlage eine Erklärung unterzeichnet, wonach künftig nur noch in Bereichen geschossen würde, bei denen kein Bleieintrag in die Fuhlenau zu erwarten sei.

Mehrere Aufforderungen von seitens der Bürgerinitiative an die Kreisbehörde waren jedoch erforderlich, bis letztendlich im August 2007 das Schießen in die Fuhlenau und deren Feuchtgebiet eingestellt wurde.

Führt eine Schiessanlage zu schädlichen Einwirkungen, so ist eine Altlastensanierung notwendig;
die Kosten dafür müssen vom Verursacher übernommen werden.

Bodengutachten

Die stetigen Appelle der BI und das zunehmende Umweltbewusstsein der Anwohner, führten bei den verantwortlichen Behörden zu der Erkenntnis, dass auf dem Schießstand eine Bodenuntersuchung zur Gefahrenabschätzung erforderlich ist.

Die Betreiberin der Schießanlage konnte aus finanziellen Gründen keinen Auftrag zur Bodenuntersuchung geben, sodass der Kreis Rendsburg-Eckernförde einen Gutachter beauftragte und in finanzielle Vorleistung gehen musste.

Das vom Kreis Rendsburg Eckernförde in Auftrag gegebene Bodengutachten ist schlimmer ausgefallen als befürchtet. Auf dem annähernd elf Hektar großen kontaminierten Bereich sind besonders die Gebiete in der Fuhlenau - Niederung extrem stark belastet. Die Grenzwerte für Blei sind großflächig mehr als das Hundertfache überschritten worden. Nachfolgeuntersuchungen sind erforderlich und werden z. Zt. durchgeführt.

Außerdem ergaben die Bodenuntersuchungen auf dem Schießstand, im Bereich Zufahrt und Parkplatz, eine hohe PAK-Bodenbelastung. Das unerlaubte Aufbringen von PAK-haltigen Wurfscheiben als Befestigung dieser Flächen ist visuell erkennbar. PAK-haltige Wurfscheiben sind Sondermüll und müssen umweltgerecht entsorgt werden.
Das stark krebserregende Benzopyren überschreitet die Prüfwerte um ein Vielfaches.
Wir befürchten, dass während der trockenen Jahreszeit durch Kfz-Verkehr Stäube des krebserregenden Materials aufgewirbelt werden, die dann durch Winde in die angrenzenden Wohngebiete getragen werden und die Anwohner gefährden.

Wir wollen erreichen, dass die Untersuchungsergebnisse, die mit öffentlichen Geldern ermittelt wurden, Konsequenzen nach sich ziehen und nicht alles so bleibt wie es ist oder durch eine Verlegung der Anlage noch größere Schäden für Mensch und Umwelt entstehen.

Für das Bodengutachten und den Nachfolgeuntersuchungen muss der Steuerzahler einen sechsstelligen Euro Betrag erbringen.
Die Kosten für Sanierung der mit Blei, Antimon, Arsen und Benzopyren kontaminierten Flächen würden zwischen fünf und zehn Millionen Euro betragen, für die letztendlich ebenfalls der Steuerzahler aufkommen muß.

Erde ist unsere Lebensgrundlage. Erde ist mehr als Dreck und Staub.
Es wird Zeit, den fruchtbaren Boden nicht wie den letzten Dreck zu behandeln
                                                           (Karsten Schwanke, Abenteuer Wissen)

 

*Grenzwerte für Blei im Boden und im Grundwasser: [hier klicken]
 

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