[Home]
Archiv

Bürgerinitiative gegen Schießlärm und Umweltverschmutzung

———————————

Ortsbegehung im Feuchtgebiet am 16. April 2007

Ortsbegehung im Feuchtgebiet gescheitert.
Auch der Innenminister durfte nicht auf die kontaminierten Flächen

Über 50 interessierte Bürger, darunter die Bürgermeister und zahlreiche Gemeindevertreter aus Warder und Groß Vollstedt sowie der Landtagsabgeordnete und Innenminister Dr. Ralf Stegner wollten sich von der Verschmutzung durch Bleischrot ein eigenes Bild machen. Doch leider wurde daraus nichts. Im letzten Moment hat der Groß Vollstedter Wiesenbesitzer seine bereits gegebene Zutrittsgenehmigung zurückgezogen.
Um zu zeigen, dass die kontaminierten Flächen nicht nur auf dem Gebiet der Schießanlage zu finden sind, sondern auch Flächen außerhalb des Schießgeländes und jenseits der Fuhlenau sichtbar mit Bleischrot übersät sind, hat die Bürgerinitiative „Naturpark ohne Schießlärm“ e.V. auf eine Wiese im Groß Vollstedter Gemeindegebiet eingeladen.

Stand0206

 Das kontaminierte Feuchtgebiet durfte auch der Innenminister nicht betreten

 Seit über 30 Jahren wird auf dem Schießstand in Warder geschossen, ohne dass jemals die verschossenen Munition entfernt wurde. Bei jedem Schuss werden 24–28 g Bleischrot in der Landschaft verstreut. Bleischrot besteht zu 95 % aus Blei, zu etwa je 2,5 % aus Arsen und Antimon.
Auf dem Gelände der Schießanlage, in der Fuhlenau und den angrenzenden Feuchtgebieten, liegen bereits rund 350 t Blei, Antimon, Arsen und weitere belastende Stoffe.

stand0304

Geschätzte 350 t Bleischrot liegen bereits auf dem Schießgelände und im Feuchtgebiet

Neu aufgestellte Schilder stoppten den Weg zu den verseuchten Flächen.
Zusätzlich hat der Betreiber der Schießanlage die Nortorfer Polizei aufgefordert, das betreten der belasteten Flächen vor Ort zu verhindern.

„Es ist schon ein wenig verwunderlich, dass hier die Polizei geholt werden soll, um gegen ihren obersten Dienstherren aktiv zu werden“ äußerte sich Innenminister Stegner ernst und wenig erfreut. „Diese ganze Aktion und die Show mit den Schildern sprechen nicht für ein gutes Gewissen“ und forderte die Gemeindevertretungen aus Groß Vollstedt und Warder auf eine eindeutige politische Willenserklärung anzustreben. Stegner betonte auch, dass die Schießstandanwohner ein Anrecht auf eine Untersuchung des Bodens durch unabhängige Fachleute haben.

Stand1a
Stand1

 Für das Schießstandgelände auf Groß Vollstedter Gemeindegebiet gibt es keine Genehmigung.

> zurück<
——————————————————————

Unterschriftenübergabe am 19. März 2007 an Innenminister Dr. Ralf Stegner.

Rund 400 betroffene Anwohner aus Blocksdorf, Groß Vollstedt und Warder haben sich mit Ihrer Unterschrift gegen die bestehende Schießanlage und gegen das neue Schießsportzentrum ausgesprochen und eine Sanierung der belasteten Flächen gefordert.

Aufgrund der bestehenden Situation > der Leiter der Kreisbehörde verweigert jede Zusammenarbeit mit den Anwohnern und unterstützt vorbehaltlos die Interessen der Schießstandbetreiber > hat der Vorstand die Übergabe der Unterschriften an Innenminister Dr. Stegner beschlossen.
Der Landrat mit seiner Kreisbehörde ist nach unserem Verständnis die nachgeordnete Behörde des Innenministeriums und untersteht somit der Dienstaufsicht des Innenministers.

Als Vorsitzender der Bürgerinitiative betonte Eckhard Helmbold im Rahmen der Unterschriftenübergabe die Dringlichkeit der Forderungen und erläuterte:

Seit Jahrzehnten wird auf dem Schießstand Bleischrot verschossen, ohne dass jemals das eingebrachte Blei aufgenommen wurde. Die Betreiberin der Schießanlage kommt ihren Betreiberpflichten nicht nach.

Der Hauptniederschlagsbereich des Bleischrotes liegt teilweise in einem Feuchtgebiet und Fließgewässer. Untersuchungen und Berechnungen sollen ergeben haben, dass rund 350 t Blei auf dem Schießgelände, im Feuchtbiotop der Fuhlenau und im Flussbett der Fuhlenau liegen. Mehrere Hektar wertvoller Boden sind kontaminiert und die Schadstoffe können in Pflanzen, in das Sicker- und Grundwasser übergehen und die Bodenorganismen schädigen. Pflanzen, Wild, Geflügel und Nutztiere nehmen die Giftstoffe auf und tragen sie in unsere Nahrungskette.

Es wird von allen in Betrieb befindlichen Schießständen direkt in ein Feuchtgebiet und in ein Fließgewässer (Fuhlenau) geschossen. Das Bleischrot bleibt im Flussbett und im Feuchtgebiet liegen, ohne dass die insolvente Betreiberfirma die verschossenen Giftstoffe wieder beseitigt.

Die geplante Neuanlage entspricht in wesentlichen Teilen nicht dem „Stand der Technik“ und ermöglicht auch keine umweltverträgliche Betriebsweise. Im Gegenteil, rund 10 ha bisher unbelasteter Boden würde durch die Neuanlage zusätzlich kontaminiert. 

Zur Beseitigung der vorhandenen Altlasten sind ebenfalls keine verbindlichen Aussagen des Investors bekannt.

Innenminister Dr. Stegner zeigte großes Verständnis für die aufgebrachten Anwohner und kündigte eine Ortsbegehung der betroffenen Feuchtgebiete am 16. April 2006 an

Unterschriften-102

Unterschriftenübergabe: Innenminister Dr. Stegner und BI-Vorsitzender Eckhard Helmbold

> zurück<
——————————————————————

Informationsstand im Rahmen der Nortorfer Woche 2006

Über die desolaten Zustände im Bereich der Schießanlage in Warder informierten Mitglieder der Bürgerinitiative im Rahmen der Nortorfer Woche 2006.
Umfangreiche Beschreibungen, Fotos und Skizzen vom Schießstand wurden auf Stellwänden präsentiert.
Ein weiterer Schwerpunkt dieser Informationsveranstaltung war das geplante Schießsportzentrum, das in keiner Weise den Anforderungen einer modernen Schießanlage entspricht. Umweltprobleme werden mit dieser Neuanlage nicht gelöst, sondern verschärft.
Alle Informationen wurden in einem Merkblatt zusammengefasst, das an interessierte Bürger verteilt wurde.

Informationsblatt - 06            hier downloaden!

Nortorf-0102

> zurück<
——————————————————————

Informationsveranstaltung am 28. April 2006 in Warder

Unter dem Motto „Reagieren statt Resignieren“ veranstaltete die Bürgerinitiative „Naturpark ohne Schießlärm“ am Freitag, den 28. April ihren Informationstag. Rund 120 Besucher interessierten sich in der vollbesetzten Halle am Sportplatz in Warder für den Überblick zur neusten Situation des geplanten Schießsportzentrums und den Lärm- und Umweltproblemen auf dem jetzigen Schießstand.

Als Gäste waren anwesend:
Herr Neve, Umweltpolitischer Sprecher der CDU- Kreistagsfraktion
Herr Dolgner, Vorsitzender des Bau- Umweltausschusses des Kreises
Bauamtsleiterin Frau Wiesmann-Liese und Herr Wittl, Fachbereich Wasser,Boden, Abfall.
Herr Brückner und Herr Krützfeldt vom Staatlichen Umweltamt, Kiel
und die Bürgermeister von Warder und Groß Vollstedt Herr Lucht und Herr Volkmann

Für viele Groß Vollstedter, Warderaner und Blocksdorfer Bürger ist in den letzten Jahren der extrem ange- stiegene Schießlärm unerträglich geworden. Das gebrochene Versprechen, Sonntags nicht zu schießen, hat ebenfalls zu einer erhöhten Lärmbelästigung beigetragen. Mit ihrem Engagement will die BI erreichen, dass die Lebensqualität in Groß Vollstedt erhalten bleibt und die Verlärmung der gesamten Umgebung gestoppt wird.

Auf dem Gelände der Schießanlage mit dem Feucht- und Ufergebiet liegen ca. 350 t Blei PAK-haltige Wurfscheiben und weitere belastende Stoffe. Wenn diese schadstoffbefrachteten  Materialien in tiefer gelegene Erdschichten gelangen, ist nicht nur das Trinkwasser gefährdet, die ganze Region könnte auf unterschiedliche Art Schaden nehmen, berichtete Gunnar Wellmer, 2. Vorsitzender der BI, in seinem Vortrag über den Zustand der jetzigen Schießanlage und forderte die Genehmigungsbehörden auf, die Betreiberpflichten durchzusetzen und zusätzliche Belastungen durch den fortgesetzten Schießbetrieb zu unterbinden. Außerdem sei eine Dekontaminierung des Bodens auf der gesamten Schießanlage dringend erforderlich. Die Landesregierung und der Kreis dürfen diesen Bleischrotskandal nicht weiter verschleppen.

Jeder Tag, an dem die Schießanlage geöffnet ist, kommt einem erneuten Aufruf zur Bodenvergiftung gleich.

Unakzeptabel ist die Vorstellung, dass nur wenige hundert Meter von den Wohngebieten entfernt, das größte Schießsportzentrum Norddeutschlands mit einem Einzugsgebiet bis Skandinavien entstehen soll. Nachdem die Gemeinde Warder und der Kreis das Einvernehmen zum Genehmigungsverfahren versagt hat, ist der Investor weiterhin uneinsichtig und klagt nun vor dem Verwaltungsgericht auf Genehmigung der Großanlage, ohne dass ausreichender Schutz vor Lärm und weiterer Bleikontaminierung des Bodens vorgesehen ist.
Sollte der Investor mit seiner Forderung vor Gericht durchkommen, forderte der Vorsitzende der BI, Eckhard Helmbold, den Genehmigungsantrag vor der Entscheidung zu überarbeiten und Erkenntnisse aus der DIN 19740 (liegt im Entwurf seit Januar 2006 vor) zu berücksichtigen. Außerdem sollten Erfahrungswerte aus anderen neu erbauten Schießanlagen einfließen, wirksame Schallschutz- und Kugelfangwälle eingeplant und das Schallschutzgutachten erweitert werden. 

In der Diskussion- und Fragerunde nahmen die Gäste aus der Politik und von den Genehmigungsbehörden Stellung und erläuterten die Problematik der bestehenden Schießanlage, für die rechtsgültige Betriebs- genehmigungen vorliegen.
Die Emotionen kochten hoch und kein Besucher der Veranstaltung brachte Verständnis dafür auf, dass der Betreiber der jetzigen Schießanlage die finanziellen Mittel zur Sanierung nicht aufbringen kann und trotzdem die Erlaubnis hat, die Verbleiung des Feuchtgebietes ohne Auflagen fortzusetzen.

Unterschiedliche Auffassung vertreten Baubehörde und BI bei der Beurteilung der Privilegierung. Während die Baubehörde davon ausgeht, dass Schießstände grundsätzlich privilegiert sind, beruft sich die BI auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes.

Nach § 35 Abs. 1 Nr. 4 BauGB ist ein Vorhaben im Außenbereich privilegiert, wenn es seiner
 „ besonderen Zweckbestimmung“ nur im Außenbereich ausgeführt werden soll.
Das „soll“, ist in der Rechtssprechung des Bundesverwaltungsgerichtes geklärt.
Am Merkmal des „Sollens“ fehlt es immer dann, wenn gegenüber dem allgemeinen Bedürfnis nach Erholung in der freien Natur , individuelle Freizeitwünsche bevorzugt werden sollen“.

Das heißt nach Auffassung der BI, das Freizeitvergnügen einer kleine Gruppe der Schützen ist nicht höher zu bewerten als das allgemeine Bedürfnis der großen Gruppe der Anwohner nach Ruhe und ein Leben ohne Schießlärmbelästigung.

> zurück<
——————————————————————

Bericht über die Mitgliederversammlung vom 20.01.2006

Bürgerinitiativen gegen Schießlärm schließen sich zusammen.

Um die Kräfte zu bündeln und in Zukunft gemeinsam gegen den Schießlärm und die Bodenvergiftung vorzugehen, hat sich die Bürgerinitiative „BISS“ aus Warder der „Bürgerinitiative Naturpark ohne Schießlärm“ angeschlossen, gab der Vorsitzende Eckhard Helmbold auf der Mitgliederversammlung am 20. 01. 2006 bekannt.
Die Mitglieder von „BISS“ sind bereits in der vergangenen Woche in die „Bürgerinitiative Naturpark ohne Schießlärm“ eingetreten und wurden von der Versammlung mit starkem Applaus begrüßt.

Weiterhin informierte der Vorsitzende den zahlreich erschienen Mitgliedern, die sich gegen das neue Schießsport- zentrum und gegen die bestehenden Schießanlage engagieren, über die Ablehnung des Genehmigungsantrages durch das staatliche Umweltamt. Mit Unverständnis und Empörung reagierte die Versammlung auf die Ankündigung des Investors, das Schießsportzentrum nun gerichtlich durchzusetzen zu wollen.
Angesichts des nun vorgegeben Weges, hat die BI einstimmig beschlossen, sich in das Vereinsregister eintragen zu lassen, um als juristische Person handeln zu können.
In der Bürgerinitiative Naturpark ohne Schießlärm haben sich bisher fast 150 Mitglieder zusammengeschlossen und über 400 betroffener Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift gegen das neue Schießsportzentrum, gegen die Altanlage, gegen den F-Plan und für die Sanierung ausgesprochen.

Ebenfalls beschließt die Mitgliederversammlung, an jedem 1. Freitag eines Monats, erstmalig am 3. Februar ab 19:30 Uhr im Landgasthof Groß Vollstedt, einen „Offenen Arbeitskreis“ in Form eines Bürgertreffs. Absicht ist, alle Bürger der betroffenen Gemeinden über Aktionen, Ziele und Stand des Verfahrens zu unterrichten. Damit öffnet sich die Bürgerinitiative noch mehr den betroffenen Bürgern, um den Ideenreichtum und das Wissen Aller zur Erreichung der Ziele zu nutzen.

Einstimmig wurde beschlossen, dass Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren beitragsfrei Mitglied werden können.

Der bisherige Vorstand wurde einstimmig entlastet und für ein weiteres Jahr wiedergewählt.
In den Vorstand gewählt wurde:

  • Vorsitzender:   Eckhard Helmbold
  • 2.Vorsitzender:  Gunnar Wellmer
  • 3. Vorsitzender: Eberhard Meeßen
  • Kassenwart:    Horst Herrmann
  • Schriftführer:   Olaf Kock

Für die nächste Zeit sind Veranstaltungen und Aktionen geplant, die regional informieren, aber auch einer breiten Öffentlichkeit die Missstände auf dem „Sondergebiet Schießstand“aufzeichnen.

> zurück<
——————————————————————

Neues vom Genehmigungsverfahren

Am 19. Dezember 2005 wurde der Genehmigungsantrag für das neue Schießsportzentrum in Warder vom staatlichen Umweltamt abgelehnt.

Während einer Stippvisite in Groß Vollstedt kündigte der Investor, Herr Schwarzkopf, (alleiniger Geschäftsführer der Firma SSZ, Schießsportzentrum Schleswig-Holstein GmbH, Hamburg)
Widerspruch gegen diesen Bescheid an. Außerdem bekräftigte er die Absicht, alle Rechtsmittel auszuschöpfen und ggf. vor dem Verwaltungsgericht zu klagen. Mit einer endgültigen Entscheidung ist vermutlich erst in ein oder zwei Jahren zu rechnen.

Herr Schwarzkopf war am 17.12.05 als Gast bei der Bürgerinitiative in Groß Vollstedt, um sich persönlich über die Lärmbelästigung bei betroffenen Bürgern zu informieren.

> zurück<
——————————————————————

Riesen Erfolg unserer Informationsveranstaltung am 14.11.05

Der Saal im Landgasthof Groß Vollstedt und die Nebenräume waren am Montagabend hoffnungslos überfüllt und viele Besucher mussten aus Platzmangel wieder gehen.
Mit diesem Erfolg haben wir nicht gerechnet, ca. 300 interessierte Bürger aus Groß Vollstedt und den Nachbargemeinden kamen um sich zu informieren und wollten damit auch Ihren Protest gegen die Schießanlage in Warder zum Ausdruck bringen.

Als Gäste wurden begrüßt:
Vom Innenministerium, der Persönliche Referent des Innenministers, Herr Heiner Volkers
Aus Warder, Bürgermeister Herr Jürgen Lucht
Aus Groß Vollstedt, Bürgermeister Herr Heinz Volkmann

Informiert wurde ausführlich über die jetzige Schießanlage, das geplante Schießsportzentrum und den Aufstellungsbeschluss über ein Flächennutzungsplan für Schießanlagen.

Höhepunkt des Abends war das kurz vor Beginn der Veranstaltung eingegangene Fax vom Landrat des Kreises Rendsburg – Eckernförde, in dem erklärt wurde, dass das versagte gemeindliche Einvernehmen nicht durch den Kreis ersetzt wird.

Wir sind jetzt gerade mal 4 Wochen alt und haben annähernd 150 Mitglieder. Ca. 300 betroffene Bürger haben unseren Aufruf gegen die Schießanlage unterschrieben. Bei 750 wahlberechtigten Bürgern in Groß Vollstedt bedeutet das, bereits jeder 5 Einwohner ist Mitglied in der Bürgerinitiative. Das sind Zahlen, an denen kein Politiker vorbeikommt. Hier steht ein ganzes Dorf hinter der Forderung:

Naturpark ohne Schießlärm

> zurück<
——————————————————————

[Home] [Aktuell] [Wir über uns] [Alte Schießanlage] [Alte Bauanträge] [Neuer Bauantrag] [Zeichnungen] [Fotos Altanlage] [F-Plan, 5.Änderung] [F-Plan, 11.Änderung] [Unterschriftenliste] [Archiv] [Zeitungsberichte] [Zeitung/Leserbriefe] [Kontakt/Vorstand] [Mitgliederbereich] [Impressum] [Datenschutzerklärung]