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Neuer Bauantrag

Bürgerinitiative gegen Schießlärm und Umweltverschmutzung

Der Betreiber des Schießstandes hat einen neuen Bauantrag für eine unterirdische Schießröhre und eine Voranfrage für eine Wurfscheibenschießanlage gestellt.

Auf dem Schießstand in Warder deuten sich gravierende Veränderungen an.
Wie uns die Baubehörde in Rendsburg bestätigte, wurde ein Bauvorbescheid zur Änderung, zum Umbau und zum Neubau der Wurfscheiben- schießanlage auf dem Gelände des Schießstandes Warder erteilt.
Auflagen zur Sanierung, z.B. Rückbau des illegal gebauten Walles oder die Beseitigung der bisher verschossenen Munition, wurden im Vorbescheid nicht erwähnt. Wir befürchten, dass mit einer neuen Genehmigung auch die Bau- und Umweltsünden der Vergangenheit legalisiert werden.

Zurzeit sind folgende Baumaßnahmen geplant:
  - Geschlossener, z.T. unterirdischer Schießstand auf dem Gelände „Sondergebiet Schießstand“
   (Genehmigung wurde am 07.09.2010 erteilt)
  - Zwei Anbauten an das bestehende Vereinshaus.
   (Bauantrag in Bearbeitung)
 
 - Um-und Neubau einer Wurfscheibenschießanlage, als eine kombinierte Skeet-/Trapanlage mit Parcours und Jungjägerstand.
   Gemeinde Warder hat das Einvernehmen zur Bauvoranfrage gegeben.
   Bauvorbescheid wurde durch den Kreis bereits erteilt. Ein Bauantrag wurde noch nicht gestellt-

Die Rechtsgrundlage für diese Anlage ist durch die Ausweisung des „Sondergebiet Schießstand“ in der 5. Änderung des F-Planes (aus 2001) der Gemeinde Warder gegeben.
Allerdings rechtfertigt u. E. die Ausweisung eines Sondergebietes nicht allein die automatische Genehmigung einer Freiluftschießanlage. Voraussetzung sollte hier das Gebot der Rücksichtnahme im Baurecht sein. So kann ein zulässiges Vorhaben unzulässig sein, wenn von ihm im konkreten Fall unzumutbare Beeinträchtigungen ausgehen und die gebotene Rücksichtnahme nicht eingehalten wird.

Die wichtigsten Merkmale der geplanten Anlage haben wir zum besseren Verständnis
in einer Skizze zusammengefasst.
(alle Maße sind ca. Maße)

Voranfrage-100503

Für uns ist es unvorstellbar, dass 20 m hohe und 300 m lange Fangzäune das Landschaftsbild im Naturpark Westensee demnächst verunstalten sollen. Um eine Vorstellung über die Mächtigkeit solcher Fangnetze zu erhalten klicken sie hier. (18 m Fangzaun)

Wenn es die Genehmigungsbehörden ernst nehmen, dass nicht mehr in die Fuhlenauniederung geschossen werden darf, dann müssten die Fangzäune rund 30 m hoch sein.
Außerdem ist eine Genehmigung dieser Anlage wegen der direkten Nähe einer öffentlichen Straße nicht vorstellbar. Selbst ein 30 m Zaun würde nicht verhindern können, dass freifliegende Schrote auf die öffentliche Straße niedergehen.
Ein Verreißen des Gewehrs und ein höherer Schusswinkel als 20 ° ist immer möglich.
Wir haben auf dem Schießstand Warder schon gesehen, dass Wurfscheiben senkrecht nach oben geschleudert wurden, nach denen dann geschossen wurden.

Diese Prinzipskizze zeigt die Schusshöhe bei einem Schusswinkel von 20 °

Schusswinkel-20G

Hier können Interessierte die Schusshöhe bei veränderten Parametern ablesen.
( Schusswinkel und Fangzaunabstand vom Schützen)

Schusswinkel-unterschiedlich

Das Gefährdungspotential steigt!

Sollte diese Bauvoranfrage realisiert werden, würde mit großkalibrigen Schrotgewehren, deren Munition bis zu ca. 40 m Entfernung absolut tödlich ist, in Richtung der 65 m entfernten öffentlichen Straße geschossen. Lediglich ein dünnes Schrot-fangnetz würde die Verkehrsteilnehmer und Straßenpassanten unzulänglich schützen.
Die nachstehende Skizze zeigt die Abschusspunkte 1 + 2 beim Skeet (von insgesamt 7 Abschusspunkten). Die Schussrichtung weist direkt in Richtung Stiegweg. Fangnetze, die üblicherweise nur für sinkende Schrotkörner eingesetzt werden, sollen als Schutz für die Passanten ausreichen.

Skizze-Voranfrage-2

Beim Skeetschießen werden 30 % der Schüsse in Richtung Straße abgefeuert. Bei jedem Schuss mit einem Anschlagwinkel über 15 ° wird über den Köpfen von Passanten hinweg geschossen. Schüsse mit geringeren Anschlagwinkel gehen ins Netz und man kann nur hoffen, dass die Netze halten.

Anwohner und Gäste, die diesen Weg nutzen, sind im höchsten Maße gefährdet!

Zusätzlich gibt's was auf die Ohren!

Bei einem Gewehrschuss geht man von einem Schallpegel in einem Meter Entfernung von 140 dB aus.

Schallausbreitung: minus 6 dB bei einer Entfernungsverdoppelung.

Abstand m

dB

Abstand m

dB

Abstand m

dB

Abstand m

dB

1 m

140 dB

4 m

128 dB

16 m

116 dB

64 m

104 dB

2 m

134 dB

8 m

122 DB

32 m

110 dB

 

 

Das bedeutet einen Schallpegel von 104 dB auf dem Stiegweg.

Für Nutzer dieser öffentlichen Straße besteht, bei Realisierung der Baupläne, neben der tatsächlichen oder gefühlten Gefahr durch Schussverletzungen, zusätzlich eine Gefahr für das Hörsystem.
Die Schützen selbst tragen Gehörschutz. Jeder Arbeitnehmer ist verpflichtet ab 90 dB einen Gehörschutz zu tragen, Passanten wären dann ungeschützt.

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